Kapitel 12 Arbeiten mit Dateien und Streams
12.1 Einführung  
Das .NET Framework bietet eine Klassenbibliothek, die in Namespaces organisiert ist. Jeder Namespace beschreibt eine zusammenhängende oder zumindest doch verwandtschaftliche Thematik. Mit Daten zu operieren, sei es um Daten zu schreiben oder zu lesen, steht im Zusammenhang mit Dateien. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die wichtigsten Klassen, die mit Dateien und Datenoperationen zu tun haben, in einem Namespace wieder finden: System.IO.
Wollte man ein kurzes, allgemein gehaltenes Inhaltsverzeichnis von System.IO angeben, müsste dieses drei Hauptabschnitte umfassen:
| 1. |
Klassen, die ihre Dienste auf der Basis von Dateien und Verzeichnissen anbieten |
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| 2. |
Klassen, die den Datentransport beschreiben |
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Der Schwerpunkt liegt wohl eher auf den Klassen, die durch Punkt 2 beschrieben werden, und geht über die Operationen, die im direkten Zusammenhang mit Dateien stehen, weit hinaus. Daraus resultiert letztendlich auch die Namensangabe des Namespace IO für Input-/Output-Operationen oder, wie es auch sehr häufig in der deutschen Übersetzung lautet, E/A-Operationen (für die Ein- und Ausgabe).
In diesem Kapitel geht es primär darum, Dateninformationen aus einer beliebigen Datenquelle zu holen und an ein beliebiges Ziel zu schicken. Meist sind sowohl die Quelle als auch das Ziel eines Datenstroms Dateien, aber es kann auch noch ganz andere Anfangs- und Endpunkte geben, beispielsweise:
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eine Benutzeroberfläche |
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Netzwerkverbindungen |
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Speicherblöcke |
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Drucker |
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andere Peripheriegeräte |
In gehobenen Programmiersprachen wird ein Datenfluss als Stream bezeichnet. Ein Stream hat einen Anfangs- und einen Endpunkt: eine Quelle, welcher der Datenstrom entspringt, und das Ziel, das den Datenstrom empfängt. Die Methoden Console.WriteLine und Console.ReadLine, mit denen wir praktisch schon von der ersten Seite dieses Buches an arbeiten, erzeugen auch solche Datenströme.
Streams haben bestimmte Charakteristiken. Das ist auch der Grund, weshalb es nicht nur eine Stream-Klasse gibt, sondern mehrere. Jeder Stream dient ganz speziellen Anforderungen und kann diese mehr oder weniger gut erfüllen. Beispielsweise gibt es Streams, deren Daten direkt als Text interpretiert werden, während andere nur Bytesequenzen transportieren, die der Empfänger erst in das richtige Format bringen muss, um den Inhalt zu interpretieren.
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Abbildung 12.1 Datenströme einer lokalen Arbeitsstation
Ein Stream ist nicht dauerhaft, er wird geöffnet und liest oder schreibt Daten. Nach dem Schließen sind die Daten verloren, wenn sie nicht von einem Empfänger, beispielsweise einer Datei, dauerhaft gespeichert werden.
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